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Geothermie Schäftlarnstraße

Direkt neben der Isar in der Münchner Innenstadt werden auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd in der Schäftlarnstraße seit Ende April 2018 für das neue Geothermie-Projekt der Stadtwerke München Bohrarbeiten durchgeführt.

Die Stadtwerke München starteten bereits 2008 eine Offensive im Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dabei spielt vor allem die Erschließung von Erdwärme eine wesentliche Rolle. Unter anderem auch dank der günstigen geologischen Voraussetzungen in Oberbayern, entwickelten die SWM das ehrgeizige Ziel München bis 2040 zur ersten deutschen Großstadt zu machen, die Fernwärme zu 100 % aus regenerativen Energien gewinnt.

ERDWERK ist seit Beginn der SWM-Offensive ein professioneller und zuverlässiger Partner bei der Planung, der geophysikalischen Vorerkundung, dem Ausschreibungsverfahren, der Bauleitung inkl. Kostencontrolling und der Unterstützung im wasser- und bergrechtlichen Verfahren im Rahmen der Gewinnung von Erdwärme mittels tiefer Geothermie.

Bereits bei zahlreichen weiteren realisierten Geothermieprojekten der SWM wie Riem, Sauerlach und Freiham war ERDWERK mit seiner Expertise und über 15-jährigen Erfahrung maßgeblich am Erfolg bei der Erschließung des geothermischen Reservoirs im Raum München beteiligt.

Das größte innerstädtische Geothermieprojekt europaweit

Auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd in der Schäftlarnstraße wurde nach Abriss der großen Öltanks und Rückbau des Geländes bis Anfang April 2018 der Sammelbohrplatz inkl. Standrohrbohrungen für sechs Geothermie-Tiefbohrungen errichtet. Nach Errichtung der Bohranlage konnte schließlich am 25. April 2018 mit den Bohrarbeiten begonnen werden.

Das Projekt ist das bisher größte innerstädtische Geothermievorhaben Deutschlands und auch europaweit bisher einmalig. Rund 3.000 m tief werden die Bohrungen jeweils sein und eine maximale Strecke von bis zu 4.400 Bohrmetern erreichen. Die erwartete Temperatur liegt bei etwa 100 Grad Celsius.

Die gewonnene Wärme soll in die Heißwassernetze Innenstadt, Perlach und Sendling eigespeist werden. Der Standort auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd ist im Hinblick, sowohl was die Übertagesituation betrifft (günstige Infrastruktur und Netzanbindung), als auch im Hinblick auf das Erreichen attraktiver Bohrziele im Reservoir vorteilhaft und somit ideal für die Anbindung und Versorgung der innerstädtischen Fernwärmenetze durch die Geothermie.

Vorbereitung auf das Projekt

Erste Bewertungen und Vorplanungen wurden für die SWM für den Standort Schäftlarnstraße bereits im Jahr 2011 sowie 2012 von ERDWERK durchgeführt.

Im weiteren Projektverlauf wurden durch intensive Voruntersuchungen mittels vibroseismischer Messungen, zunächst von 2D-Seismik und von November 2015 bis März 2016 durch 3D-Seismik im Innenstadtbereich von München, die Tiefe und Strukturgeologie des Malm-Reservoirs sowie des Deckgebirges detailliert erkundet.

An der anschließenden Interpretation der gewonnenen Daten war ERDWERK im Rahmen des GRAME Forschungsprojektes ebenfalls maßgeblich beteiligt.

Parallel dazu wurde von ERDWERK der Förderbetrieb aller Bohrungen in verschiedenen Varianten thermisch-hydraulisch sowie gebirgsmechanisch simuliert. Die von ERDWERK durchgeführten geologisch-bohrtechnischen Detail- und Ausführungsplanungen der Bohrungen waren schließlich die letzten wesentlichen Meilensteine während der Vorbereitungsphase bevor das Projekt dann anschließend in die Realisierungsphase überging.

 

Erste Ergebnisse

Genau 3 Monate nach Bohrbeginn konnten Ende Juli 2018 die Bohr- und Testarbeiten der ersten Bohrung (Schäftlarnstraße Th1) erfolgreich abgeschlossen werden. Die Pumpversuche bestätigen die Fündigkeitserwartungen hinsichtlich Schüttung und Temperatur. Die weiteren Erschließungsarbeiten werden wie geplant fortgesetzt.

Schäftlarnstraße Geothermie

100°C
3000m (TVD)
4000m (MD)
50 MWth
SWM
N/A
im Bau

48.114004482033, 11.556003571604

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