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Hintergrund

Als eine der ersten Kommunen versorgt die Gemeinde Pullach i. Isartal mit seiner Tochtergesellschaft, der Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP), seit 2005 öffentliche und private Gebäude mit geothermisch erzeugter Wärme.

Das Projekt wird seit 2002 durchgehend von ERDWERK in allen geowissenschaftlichen und bohrtechnischen Arbeitsfeldern betreut. Neben bergrechtlichen Themen umfasst dies die Planung der Tiefbohrungen inkl. Planung und Auswertung seismischer Untersuchungen, die Bauleitung bei der Umsetzung der Bohrarbeiten sowie die Betreuung im Betrieb z. B. bei genehmigungsrelevanten Belangen.

Geothermische Dublette

Die ersten beiden Tiefenbohrungen Pullach Th1a und Pullach Th2 wurden 2004 / 2005 in Tiefen von 3.930 bzw. 4.120 m (MD) niedergebracht. Beide Dublettenbohrungen (eine Injektions- und eine Förderbohrung) erschließen die im bayerischen Molassebecken als Thermalwasserreservoir dienenden Malmkarbonate.

Erweiterung zur Triplette

Bereits wenige Jahre nach der Inbetriebnahme der Dublette war angesichts der hohen Zuwachsraten im Wärmenetz die Erweiterung der Anlage absehbar. Zu diesem Zweck fanden im Jahr 2009 2D-seismische Erkundungen statt, um einen optimalen Bohrstandort und geeignete Erschließungsziele für eine dritte Bohrung zu finden.

 

Anfang 2011 wurde dann die Bohrung Pullach Th3 von einem eigenen Bohrplatz abgeteuft. Gegenüber den beiden älteren Dublettenbohrungen, die mit einem Endbohrdurchmesser von 6.1/8“ bzw. 5.7/8“ das Reservoir erschließen, wurde in der Bohrung Pullach Th3 ein größerer Bohrenddurchmesser von 8.3/8“ gewählt. Dank der sehr schnellen Bohrzeit von nur 56 Tagen konnte die 3. Bohrung erfolgreich bis zu einer Endteufe von 3.984 m MD abgeschlossen werden. Aufgrund der hydraulischen Eigenschaften der Bohrungen wird seit Inbetriebnahme der Triplette die dritte Bohrung als Reinjektionsbohrung genutzt, und die Bohrungen Th1a und Th2 als Förderbohrungen. Erstmals wurde deshalb eine als Injektionsbohrung genutzte Bohrung zur Förderbohrung umgewidmet (Pullach Th2).

Mit der 2011 fertiggestellten Erweiterung der Geothermieanlage konnte deren Leistung in etwa verdoppelt werden. Der Pullacher Wärmebedarf kann mittlerweile zu 48 Prozent durch geothermische Wärme abgedeckt werden.

Ausblick

Da die Nachfrage nach regenerativer Wärme in Pullach i. Isartal weiter steigt, arbeitet die IEP seit 2017 an einer weiteren Erweiterung des Geothermieprojektes. Als ein erster Schritt wurde Anfang 2018 zusammen mit den geothermischen Nachbarn und Partnern, der SWM GmbH und der Erdwärme Grünwald GmbH, eine ca. 100 km² große Fläche 3D-seismisch erkundet, um Lage und Fördermöglichkeiten weiterer Thermalwasserquellen zu untersuchen. Dank eines in Deutschland neuartigen und kabellosen Messverfahrens konnte die Seismikkampagne zeit- und kosteneffizient durchgeführt werden. Erste Ergebnisse zeigen eine hervorragende Qualität der erzielten Daten. Aktuell laufen die Planungen für einen Ausbau der Geothermie im Bereich von Pullach.

 

IEP-Homepage


 

107 °C
Prod:
3.370 m TVD (Th1a)
3.443 m TVD (Th2)
Inj:
3.505 m TVD (Th3)
30 MW
Gemeinde Pullach i. Isartal / IEP
35 km
laufend

48.06784, 11.527536

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