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Erstmalige Erschließung von tiefer Erdwärme mit Triplettenkonzept im süddeutschen Molassebecken. Hierfür wurden drei abgelenkte Bohrungen erfolgreich in den Tiefengrundwasserleiter Malm niedergebracht, welche aktuell neue Rekorde sowohl bei Bohrtiefen als auch Bohrlängen für Geothermiebohrungen in Europa aufstellen und gleichzeitig neue Maßstäbe für die Erschließung tiefer hydrothermaler Energie zur Stromgewinnung setzen.

Mit der Übertragung der Bergrechte zur Aufsuchung von Erdwärme für das Feld „Sauerlach" im Münchner Südosten am 23.11.2005 an die SWM Services GmbH fiel der Startschuss für die Entwicklung, Planung und Umsetzung eines der größten Geothermieprojekte aus tiefer hydrothermaler Geothermie in Europa.
Alle Bohrziele erreicht bei extrem hohem technischen Anspruch

Mit der ITAG Tiefbohr GmbH stand dem Auftraggeber eine erfahrene Bohrfirma zur Seite, die bereits die Bohrungen für das Geothermieprojekt Pullach erfolgreich abgeteuft hat. Die Leistungsfähigkeit der hier eingesetzten Bohranlage ITAG Rig 23 mit einer Regelhakenlast von 365 t und einer Masthöhe von 45 m wurde durch die anspruchsvollen Bohrpfade bis an die Grenzen beansprucht.

Alle drei Bohrungen erreichten mit z.T. sehr weiten Ablenk­strecken (bis max. 2,4 km) den Zielhorizont Malm, wobei zwei Bohrungen (Th1a & Th2) diesen mit einem Enddurchmesser von 8.1/2'' und die dritte Bohrung (Th3b) mit einem Enddurchmesser von 6.1/8'' aufschloss.

Bohrbeginn war Anfang Oktober 2007. Der erste Versuch die Bohrung Sauerlach Th1 bis Endteufe abzuteufen konnte erst durch die Ablenkbohrung Sauerlach Th1a mit einer Endteufe von 4.757 m MD (4.179 m TVD) in westlicher Richtung erfolgreich abgeschlossen werden.

Die zweite Bohrung Sauerlach Th2 erreichte nach einer Gesamtablenkstrecke von über 2 km in Richtung Norden eine Endteufe von 5.060 m MD (4.181 m TVD). Die dritte Bohrung Th3b konnte unter Bewältigung großer bohrtechnischer Herausforderungen mit einer erzielten Teufe von 5.567 m MD (4.480 m TVD) erfolgreich im Mai 2009 den Zielhorizont Malm erreichen und ist damit zugleich auch die aktuell tiefste Geothermiebohrung in Europa.

Durch eine Reihe durchgeführter Stimulations- und Inproduktions­setzungs­maßnahmen zwischen und nach den einzelnen Bohrphasen wurde das bisherige Triplettenkonzept mit einer Förder- und zwei Reinjektionsbohrungen festgelegt.

Der Kraftwerksbau ist abgeschlossen und das Kraftwerk hat den Probebetrieb aufgenommen.

 

143 °C
Th1a: 4.175 m TVD
Th2: 4.181 m TVD
Th3b: 4.480 m TVD
5 MW
4 MW
SWM
2009

47.972357, 11.668486

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