Durch die Beantragung einer Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme legte die Gemeinde Unterföhring bereits im April 2005 die Grundsteine für die spätere Erschließung und geothermische Nutzung des Malm-Tiefengrundwassers. Das vorrangige Ziel des Vorhabens war die regenerative Wärmeversorgung der Gemeinde Unterföhring mittels einer geothermischen Dublette bestehend aus einer Förder- und einer Reinjektionsbohrung. Das Erschließungsziel des Geothermieprojekts bildeten die Karbonate des Malmtiefengrundwasserleiters, dessen Oberkante am Standort Unterföhring in einer Tiefe zwischen 1.900 m und 2.000 m unter Geländeoberkante liegt.
Die Fa. ERDWERK GmbH begleitete dabei durchgehend das gesamte Geothermieprojekt von der Erstellung des Antrags zur Aufsuchung von Erdwärme, der geophysikalischen Vorerkundung, dem Ausschreibungsverfahren, der Bauleitung beider Tiefbohrungen, bis hin zum aktuellen berg- und wasserrechtlichen Verfahren im Rahmen der Gewinnung von Erdwärme.
Im Zuge der geologischen Voruntersuchungen wurden im November 2006 2D-vibroseismische Untersuchungen mit insgesamt ca. 11 km Profillänge durchgeführt. Hinsichtlich neu angefertigter seismischer Vorerkundungen übernahm die Gemeinde Unterföhring dadurch eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von hydrothermalen Geothermieprojekten im süddeutschen Molassebecken. Durch die speziell auf den Zielhorizont Malm ausgelegten Messparameter konnten im Gemeindegebiet von Unterföhring detaillierte Informationen nicht nur hinsichtlich der Strukturgeologie sondern auch der faziellen Ausprägung des Malm gewonnen werden.
Auf Basis der seismischen Untersuchungen wurde im Frühjahr/Sommer 2007 eine Detailplanung der geothermischen Dublette entwickelt, die ihrerseits als Basis der EU-weiten Ausschreibungen der Bohrleistungen im Winter 2007 diente.
Mit der Tiefbohr Arge Unterföhring, einem Konsortium der Bohrfirmen Top Thermal und Angers & Söhne, fand man im Frühjahr 2008 einen erfahrenen Projektpartner zur Niederbringung der Bohrungen in Form einer Generalunternehmerschaft.
Die erste Bohrung, Unterföhring Th 1, erreichte im Februar 2009 bei 3.042 m MD nach 71 Tagen Bohrzeit die Endteufe. Die anschließenden Pumpversuche zeigten eine gute hydraulische Durchlässigkeit. Die Temperaturerwartungen von ca. 80 °C konnten mit Fördertemperaturen von über 85°C sogar deutlich übertroffen werden. Die hervorragende Bohrzeit von nur 51 Tagen der Bohrung Unterföhring Th 2 bis zum Erreichen der Endteufe bei 2.578 m MD zeugt von einem reibungslosen Zusammenspiel der Bohrmannschaft sowie aller Projektbeteiligten. Die anschließenden hydraulischen Tests an der Bohrung Unterföhring Th 2 zeigten sehr gute Ergiebigkeiten und mit 86°C eine noch etwas höhere Fördertemperatur, so dass im Juni nach Beendigung der Pump- und Reinjektionsversuche endgültig der Erfolg des Projekts besiegelt werden konnte.
Durch die rasante Bauzeit des Geothermieheizwerks von ca. sechs Monaten, konnte nach nicht einmal einem Jahr seit Bohrbeginn der ersten Bohrung Th 1 zum ersten Mal die aus dem Thermalwasser gewonnene Wärme in das Fernwärmenetz der Geovol Unterföhring GmbH eingespeist werden. Bereits die Heizperiode 2009/2010 konnte für ca. 1.200 Haushalte problemlos geothermisch erfolgen und das Netz wächst rasant weiter.
Autor: Franz Böhm
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Auftraggeber |
Geovol |
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Projektbeteiligte ERDWERK |
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Projektkoordination |
Dr. Achim Schubert |
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Projektleitung |
Franz Böhm; Dr. Klaus Dorsch |
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Projektbearbeitung und Back-Office |
Matthias Dax |
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Projektbearbeitung Pumpversuche |
Alexandros Savvatis |
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Leistungen ERDWERK |
Antrag zur Aufsuchung, Grundlagenermittlung, Vor- und Entwurfsplanung, Planung und Betreuung seismische Messkampagne, technische Detailplanung, Abwicklung Ausschreibung, Bauleitung Bohrung, Rechnungsprüfung, berg- und wasserrechtliche Betriebsplanverfahren, Genehmigungsverfahren |
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Projektstatus |
Realisiert in 2008/09 |
Link zu Geovol - Regenerative Energie Unterfoehring
Auf der Homepage der Geovol können Sie eine DVD zum Geothermieprojekt erwerben. Für Informationen und einen Filmausschnitt klicken Sie bitte hier.
Sie können hier einen Flyer zum Projekt ansehen und herunterladen.