Erdwärmesonde Ammerland

Zur Beheizung eines Einfamilienhauses für vier Personen mit einer Wohnfläche von ca. 300 Quadratmeter wurde im Ort Ammerland am Ostufer des Starnberger Sees (Gemeinde Münsing) eine erdwärmegekoppelte Wärmepumpe vorgesehen. Für die Gebäudeheizung, Warmwasserbereitung und eine Schwimmbeckenbeheizung wurde eine Gesamtheizlast von rund 19 Kilowatt berechnet.

Die Ergebnisse einer kurzen Recherche zur örtlichen geologisch-hydrogeologischen Situation zeigten, dass sich im vorliegenden Fall Erdwärmesonden am besten als geothermische Wärmequelle eignen.

Das Prinzip der Erdwärmesondentechnik ist einfach. Im vorliegenden Fall wurden standardmäßig Doppel-U-Rohrsonden aus besonders dichtem Polyethylen (HDPE) in die Bohrlöcher eingebracht und der Raum zwischen Bohrlochwand und Sondenbündel mit einer Ton-Zement-Suspension verpresst, wodurch eine gute Wärmeanbindung an das umliegende Gestein erreicht wird. Die Wärme aus der Bohrlochwand wird bei einer Quellentemperatur von etwa 5 bis max. 14 °C an ein Kältemittel (Ethylenglykol), das in den Sondenrohren zirkuliert, abgegeben und mittels elektrisch angetriebener Kompressionswärmepumpe auf etwa 35 °C erhöht und an den Nutzungskreislauf übertragen. Nachdem das im Bohrloch noch flüssige Kältemittel beim Durchlauf durch die Kompressionswärmepumpe verdampft, verdichtet und wiederum verflüssigt und expandiert wird, strömt es danach mit reduzierter Temperatur wieder in die Erdwärmesonden und wird dort wieder erwärmt und durchläuft den Primärkreislauf erneut.

Aus Sicht des Grundwasserschutzes bestehen im vorliegenden Fall günstige geologische Voraussetzungen. Denn bei Vorhandensein eines zweiten, im Allgemeinen schützenswerten Grundwasserstockwerkes, wären Bohrarbeiten nur bis in das erste Stockwerk erlaubt. Im Bereich des Baugrundstücks war in den vorgesehenen Bohrtiefen kein Grundwasser zu erwarten, was durch die Bohrungen auch bestätigt wurde.

Aufgrund der örtlichen hydrogeologischen Situation war es sogar möglich, die Erdwärmesonden tiefer als 100 m zu bohren. Es wurden drei Erdwärmesonden bis 125 m Tiefe installiert. Für diese Auslegung wird die Wärmepumpenanlage mit der oben genannten Heizlast ausreichend mit Wärme aus der Erde versorgt.

ERDWERK führte im vorliegenden Projekt die Dimensionierung der Erdwärmesonden, die geologisch-technischen und wasser- bzw. bergrechtlichen Planungsarbeiten sowie die Bauüberwachung durch.

Die Bohr- und Installationsarbeiten in Ammerland wurden am 10. März 2009 erfolgreich abgeschlossen. Die Wärmepumpenanlage läuft seitdem störungsfrei.

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