HTAS Dingolfing

Mitte 2013 hat die BMW Group AG  den Zuschlag vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft Technologie Verkehr für die Forschungsförderung zu Untersuchungen an einem HTAS (Hoch-Temperatur-Aquifer-Speicher) aus Abwärme von KWK Anlagen im Werk Dingolfing bekommen.

In der Debatte zur Umsetzbarkeit der Energiewende wird Speichersystemen eine zunehmend wichtigere Rolle eingeräumt. Sollte sich die Erwartungen an die Ergebnisse aus einem aktuellen Forschungsprojekt mit der Beteiligung von ERDWERK zur saisonalen Speicherung von Abwärme in tiefen Grundwasserleitern erfüllen, bietet nun auch die Geothermie eine höchst effiziente Lösung hierfür an. In Zusammenarbeit mit der TU München (Institut für Hydrogeologie, Arbeitsgruppe Geothermische Energie und dem Institut für Wasserchemie und Chemische Balneologie) wird nun in einem ersten Schritt eine Forschungsbohrung niedergebracht, an der ein umfangreiches wissenschaftliches Testprogramm zur Geologie, Hydrochemie und Hydraulik durchgeführt werden soll. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus den bisherigen Malm-Geothermiebohrungen soll der nur ca. 500 m tiefliegende und ca. 25 °C „kalte“ Aquifer auf seine Speichereigenschaften getestet, bewertet und ein umsetzbares Konzept zu Bewirtschaftung entwickelt werden. Grundlage dafür ist ein hydrogeologisches Modell das nach und nach mit den erhobenen Daten aus Seismik und Bohrung gefüttert wird.

Prinzip des Hochtemperatur-Aquifer-Speichers

Wissenschaftlich-technische Fragestellung

Die wissenschaftlich-technischen Fragen die sich daraus ergeben sind: Wie wird sich bei einer Einspeisetemperatur von ca. 130 °C Porosität und Permeabilität verhalten? Wie ist das Lösungs- bzw. Fällungsverhalten der Wässer zu bewerten und welche effizienten Gegenmaßnahmen lassen sich ergreifen? Welche Mindestanforderungen an die Fündigkeit und die Auslegung der obertägigen Installationen bestehen, um einen Speicher langfristig und effizient zu betreiben?

Die Rolle von ERDWERK

ERDWERK begleitet mit seiner umfangreichen Erfahrung aus den Tiefbohrprojekten die Bohrung geologisch und bohrtechnisch. In einem Forschungsprojekt mit diesem Umfang bedeutet das, die Fragen wissenschaftlich und technischen zu kanalisieren und  in den üblichen Prozess eines Bohrprojektes von der Planung über die wasser- und bergrechtliche Genehmigungen hin bis zur Betreuung der Bohr und Testarbeiten zu integrieren. Nicht zuletzt ist ERDWERK aber auch intensiv an der wissenschaftlichen Auswertung und Reservoircharakterisierung beteiligt.

Ausblick

Ein wesentlicher Forschungsaspekt liegt auf der Übertragbarkeit auf für andere Gebiete Bayerns. Sollte es gelingen, die wissenschaftlich technischen Rahmenbedingungen für ein solches Speicherprojekt zu definieren, um schließlich die Risiken besser zu fassen, profitieren wohlmöglich so Gebiete, die bisher nicht in die Gunst der konventionellen Geothermie gekommen sind!

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage der BMW Group AG.

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