Pullach - Malm (PUMA)

Die Gemeinde Pullach i. Isartal wird bereits seit 2005/2006 mit geothermischer Energie versorgt, ERDWERK nimmt bei der geologisch-geothermischen Beratung seit Beginn eine wichtige Rolle ein.

Aufgrund der steigenden Nachfrage hat die Betreibergesellschaft Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP) im Jahr 2009 beschlossen, die bestehende Dublette durch eine dritte Bohrung zu erweitern. Dabei wurde die ursprüngliche Reinjektionsbohrung Pullach Th2 in eine Produktionsbohrung umgewandelt. (Eine Projektbeschreibung zum Projekt Pullach finden Sie hier, zu den Bohrungen Th1, Th2 und Th3 geht es hier lang.)

Fragestellung

Das Forschungsvorhaben "Pullach - Malm" (PUMA) nutzt nun diese bisher einmalige Gelegenheit in der Süddeutschen Molasse, bei der eine Geothermiebohrung „umgedreht“, d.h. eine Injektions- in eine Produktionsbohrung umgewandelt wird. Hydraulische und chemische Analysen, Tracertests und umfassende Modellierarbeiten sollen Auskunft über die Änderung der Charakteristik der Bohrung geben und richtungsweisend für die langfristige Bewirtschaftung des Malm Reservoirs sein.

Partner

Die Forschungsarbeiten werden federführend vom Institut für Wasserchemie der TU München mit ERDWERK und der Aquasoil GmbH, Berlin durchgeführt. Gefördert wird das Projekt vom PTJ/BMU, ERDWERK beteiligt sich mit 40 % Eigenanteil an den Forschungsarbeiten. Die IEP GmbH, Betreiber der Geothermieanlage Pullach, unterstützt das Projekt technisch und administrativ.

Ziele

Die Arbeiten zielen darauf vertiefte Verständnisse der gekoppelten hydraulischen, thermischen und hydrochemischen Prozesse beim Betrieb von geothermischen Dubletten im Malm des bayerischen Molassebeckens aufzubauen, insbesondere im Hinblick auf die Prognosesicherheiten für den langfristigen Betrieb sowie die potentielle Erweiterung bestehender Anlagen. Darüber hinaus sollen die bestehenden Modellvorstellungen und numerischen Modelle zur Beschreibung geothermischer Dubletten im Malmaquifer überprüft und verbessert werden.

Arbeitsschwerpunkte bei ERDWERK

Der Fokus der Arbeiten von ERDWERK liegt in der Quantifizierung der Prognoseunsicherheit. Anhand der Projekthistorie des Geothermieprojektes Pullach i. Isartal soll diese in verschiedenen Szenarien dargestellt werden. Dabei wird eine Prognose für die jeweils nächste Ausbauphase abgegeben, um diese anschließend anhand der realen Bohrergebnisse zu bewerten. Die Szenarien sind wie folgt vorgesehen.

Szenario I: vor der ersten Bohrung; Simulationen mit wenig statistischen Daten aus der Molasse; Ziel: Vorhersage für Bohrung Th1, anschließend Bewertung nach realen Bohrergebnissen.

Szenario II: nach der ersten Bohrung; Simulationen wie I, zusätzlich mit Bohrergebnissen der ersten Bohrung ggf. weiterer Molassebohrungen, Vorhersage für Bohrung Th2, anschließend Bewertung nach realen Bohrergebnissen.

Szenario III: nach der zweiten Bohrung; Simulationen wie II, zusätzlich mit Bohrergebnissen der zweiten Bohrung, Vorhersage für Bohrung Th3, anschließend Bewertung nach realen Bohrergebnissen.

Szenario IV: nach Auswertung des Tracertests der Bohrung Th2, Simulationen wie III, zusätzlich mit Bohrergebnissen der zweiten Bohrung, Vorhersage für Bohrung Th3, anschließend Bewertung nach realen Bohrergebnissen.

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